Silvios Laufkarriere

 

Das Laufen lernte ich, wie beinahe alle Zeitgenossen, in den frühen Siebzigern. Nach den ersten tapsigen Schritten war es oft der etwas höhere Gang, den ich zur Fortbewegung wählte. Immer in Action, war ich sozusagen schon als Junge ein dünner Hecht.

Als Jugendlicher habe ich den Kurzstreckenlauf im Schulsport zwar gerne absolviert, gehörte aber keineswegs zu den Schnellsten der Klasse. Zweimal im Jahr trafen sich die Schüler der ehemaligen 8. Polytechnischen Oberschule zum Crosslauf auf unserer sogenannten Cross-Wiese im Suhler Himmelreich. Es galt, einen ca. 1 Kilometer Rundkurs von der Cross-Wiese zur Roten Hütte und zurück zu absolvieren, in der 10. Klasse das ganze dann 3 mal.

So kam ein 3.000 Meter-Lauf zustande. Das ganze hat mir immer sehr viel Spaß gemacht. Weitere Läufe waren der jährlich stattfindende Stadt-Cross in Suhl-Neundorf auf dem Postsportplatz sowie diverse Sportstunden mit Herrn Döhring auf dem Platz. Die Umfänge haben sich auch während der Abi-Zeit nicht gesteigert. Volksläufe gab es zu dieser Zeit nur in begrenztem Umfang, aber von 1984 habe ich auch noch meine Teilnahmeurkunden vom Dr.Richard-Sorge-Gedenklauf gefunden, welcher als Straßenlauf in meinem Suhler Wohngebiet Leninring stattfand.

Zur Armeezeit war dann verschärfter Frühsport angesagt. Zweimal die Woche wurde ein 3.000 Meter-Lauf gefordert. Das ganze 5min nach dem Aufstehen, also um 06:05 Uhr. 3 Runden auf Beton ohne Aufwärmen, Spaß kam da leider nicht auf. Dem allgemeinen Fitnesstrend folgend, habe ich dann in den späten 90ern mit abendlichen kleinen Runden auf dem Suhler Lautenberg begonnen. Meine Frau war mir damals ein gutes Beispiel, kam sie doch hochmotiviert von einem Seminar mit dem Entschluß zu morgendlichem Laufen zurück. Sie zog das ziemlich lange durch. Ich lief aber gerne abends und aufgrund unserer damaligen wohnlichen Nähe entschloß sich Sven zum gemeinsamen Lauf durch die Nacht.

Wir liefen locker auf den Gehwegen von dem Suhler Lautenberg bis in die Aue und zurück. Die Umfänge waren damals bescheidene 5-8km. Wir haben das ganze jedoch zu dem Zeitpunkt noch nicht intensiv betrieben, es gab weder definierte Ziele, noch ein abgestimmtes Training. Leider verlief sich nach Svens Umzug in hessische Gefilde das bißchen Laufen im Sande. Erst Anfang 2002 lief ich wieder ein paar Kilometer. Ansporn war für mich mein Schwiegervater. Schon immer Sportler, hat er sich mit seiner damaligen Krankheit nicht abgefunden. Immer und immer wieder sah ich ihn fast verbissen um seine Gesundheit kämpfen. Er schwärmte immer wieder vom Rennsteiglauf und als läuferisches Highlight fuhr er sogar zum NewYorkMarathon.

Die jährliche Teilnahme als Zuschauer an der abendlichen Rennsteiglauf Finisher Party in Schmiedefeld feilte sehr stark an meiner Motivation, das Laufen wieder zu beginnen. Die zufriedenen Gesichter der Supermarathonis haben sich dauerhaft in meinem Kopf eingeprägt. Nach einigen Kilometern in „Victory-Volkslaufschuhen“ von Deichmann habe ich mir dann 2004 ein paar Asics zugelegt und begann kontinuierlich zu laufen. Ich beschäftigte mich mit Trainingsmethodik, Worte wie Fahrtspiel, Langer Lauf und Tempoeinheit bereicherten alsbald meinen Wortschatz und meine Lauftrainings. Im Frühjahr 2004 entschloss ich mich dann, den ersten Halbmarathon beim Rennsteiglauf zu wagen.

Mein Zeitziel von 2 Stunden unterbot ich knapp. Die Stimmung, die mich bei diesem Volkslauf erfasste, war kaum zu beschreiben. Ein regelrechtes Hochgefühl konnte und musste ich auch jedem beschreiben, egal ob er es wissen wollte oder nicht. Für den Herbst 2004 hatte ich mit Sven wieder einen Mitstreiter gefunden.

Ein Volkslauf in Niederrodenbach über 10km war unsere erste gemeinsame Teilnahme am öffentlichen Läuferleben. Von da an steigerten sich meine Laufumfänge kontinuierlich und einige offizielle Läufe habe ich bisher absolviert.

Eine besondere Faszination genießt dabei der Rennsteiglauf. 3x auf der kurzen HM, dann 4x auf der mittleren Marathondistanz habe ich mich kontinuierlich an den Supermarathon herangearbeitet, den ich jetzt schon 5x gelaufen bin. Das ist vom Tageserlebnis eine ganz andere Geschichte als die kürzeren und stressigeren Läufe. Mittlerweile kann ich auch nach diesem Lauf abends tanzen und feiern, dafür laufen wir doch alle nach Schmiedefeld, oder?

Natürlich genieße ich auch die vielen Freizeit- und Trainingläufe im Jahr. Die ein oder andere Gelegenheit mit den lauffreund.den gibt es da immer wieder.

4x durfte ich auch schon Staffel-Läufer auf dem Rennsteig sein, vielleicht werden es ja im Laufe der Jahre alle 10 Etappen. Ich werde berichten.

 

 

Silvios Bestzeiten

10km 00:45:45 Lauf um die Fränkische Krone Coburg 2010
21,1km 01:36:16 Hugenottenlauf Neu-Isenburg 2008
Marathon 03:44:33 Rennsteiglauf 2010

Rennsteiglauf    43,5km

3:52:18 Rennsteiglauf 2010

Rodgau Ultra       50km

5:33:25 Rodgau Ultra 2014
Rennsteig Supermarathon
72,7km
08:08:15 Rennsteiglauf 2016