Stresstest - Neandertallauf

Es wird mal wieder Zeit, etwas Verbales hier abzusondern. Nachdem das letzte Jahr zum Wegschmeißen war, wird nun wieder neu angegriffen. Dazu gab es gestern für mich den Neandertallauf in Erkrath. Dieser führte die Läufer des Hauptlaufes auch an der Fundstelle des im 18. JH aufgegriffenen pleistozänen Urmenschens im Neandertal vorbei.
 
Ich hatte vor, das erste Mal in der Uniform meines neuen Vereins, des Hildener AT Triathlon, zu starten.
Zur Auswahl standen ein 5km-Lauf und jeweils 14,065km Nordic Walking oder 14,065km Lauf. Ich wählte letzteres, um auch einen kleinen Stresstest im Hinblick auf den Rennsteiglauf in 8 Wochen zu machen. Mir wurde vorher schon durch Henning (Anm.d.R. unser Abteilungsleiter) dargelegt, dass es nach 8km anständig bergauf geht. Also genau das Richtige...
 
Mit Müh und Not erreichte ich kurz vor 10 Uhr den Startbereich, um den 3 Mädels unseres Vereins noch viel Erfolg zu wünschen. Rita, Claudia und Sarah standen mutig in der ersten Starterreihe - zurecht - wie sich noch herausstellte. Sarah wurde Gesamtdritte der Frauen und Erste ihrer Altersklasse!
 
Um 11.45 Uhr war dann unser Start. Andrea, Henning, Carsten und ich klatschten noch ab. Henning versicherte mir, dass sie da sein werden, wenn ich ins Ziel komme, da dies ja Ehrensache ist. Das kenne ich aus Hanau anders. Wieder freue ich mich, dass ich diesen Verein gefunden habe...
 
Der Lauf
Die ersten 3km verlaufen schön geschmeidig durch den Ort und über freies Feld. Mittlerweile hat sich auch das Feld schon weit auseinander gezogen, wodurch es schon ein imposanter Anblick ist, wie sich selbiges durch die Latifundien am Ortsrand schlängelt. Ich tippe auf ca. 500 Läufer und liege damit schon fast richtig (472).
Im Gegensatz zu meinen früheren Läufen, bei denen mir bekannt war, dass noch Steigungen anstehen, versuche ich heute mal eine andere Strategie. Früher bin ich das Ganze etwas ruhiger angegangen, um Kräfte für die Anstiege zu sparen. Heute laufe ich von Anfang an mit ca. 90% und spüre nach ca. 3km, dass es gut läuft. Dann kommt der erste längere Anstieg, nicht steil aber sich langziehend. Ich höre Musik an der Strecke. Bei Näherkommen spüre ich diesen Stich in meinen Ohren. Das kann nicht wahr sein! "Wir zieh'n durch die Straßen und die Clubs dieser Stadt, Das ist unsre' Nacht, wie für uns beide gemacht, oho oho ..." - warum ich?!
Bei der späteren Unterhaltung mit Andrea stellte sich heraus, dass die zwei Kerle dort am Straßenrand diese wunderbare melodische Wiegenlied in Schleife laufen liesen.
 
Nach diesem Anstieg geht es wieder flüssig durch die Ortschaft. Ich nehme wieder Fahrt auf und überhole sogar einige und bin mir dessen bewusst, dass die meisten davon mich am Anstieg wieder einsammeln, da sie nicht von ihrem Gewicht wieder rückwärts gezogen werden. Bei km 8 gibt es nun einen kleinen Getränkestand. Ich nehme einen winzigen Schluck Wasser und biege kurz darauf ins Neandertal ein. Der Aufsteig steht bevor. Ein schmaler Waldweg, Abstufungen die sehr steil sind. Ich gehe sie zügig und werde wie vermutet wieder zurücküberholt. Aber nur von 3 Läufern. Ich bin überrascht. Trotz der Steilheit fühle ich mich immer noch erstaunlich gut. An der Kuppe des dritten Absatzes steht eine Gruppe Anheizer. Sprüche wie "Scheiß auf Big Brother - ihr seid die härtesten!" lassen mich lächeln und über die Kuppe im Laufschritt fliegen.
Das anstrengendste Stück dieses ca 1,6km-Anstieges kommt aber noch - nicht steil aber ziemlich lang. Hier will ich auch nicht gehen, sondern mit sich flink bewegenden Beinen bewegen.
 
Endlich oben! Nur noch 2,5km und ich fühle mich weiterhin gut. Fein! Keinerlei Schwäche oder ähnliches. Jetzt nur noch flach und bergab. Ich fange die, die mich am Berg geschnappt haben, wieder ein, lasse sie hinter mir (und die sehen weitaus sportiver aus als ich cool). Noch 1,5km und Dirk (Vereinsmitglied) kommt auf dem Rad um die Ecke, um nach mir zu schauen. Er begleitet mich auf dem Rad bis ins Ziel. Es geht nochmal 500m bergan. Ich laufe auch da und überhole noch 2 Männer, die offensichtlich am Ende ihrer Kräfte sind. Jetzt nur noch 1.000m bergab. Vor der letzten Kurve stehen Andrea und Henning auf einer Bank und halten Ausschau nach mir. Ich lasse meine Beine laufen.
Henning schreit meinen Namen, als er mich sieht. Beide nehmen mich in die Mitte und eskortieren mich bis kurz vor's Ziel. Vorneweg Dirk auf dem Rad. Alle drei nur für mich!  So macht Vereinsleben Spaß!
 
Ich bin im Ziel. Freue mich über den Stand meiner Fitness und mit 6:50/km bei ca 160 Höhenmetern, die auf nur ca. 4km verteilt waren, kann ich auch sehr zufrieden sein.
 
Mein Fazit:
1. Ein absolut empfehlenswerter Lauf mit Stimmung an der Strecke und einer sehr abwechslungsreichen Strecke.
2. Ich bin soweit ganz gut drauf und brauche keine Angst vor dem Rennsteig zu haben.
3. Ich habe mit dem Hildener AT Triathlon die absolut richtige Wahl getroffen! Ich fühle mich wohl hier!
 
Der Rennsteig in 8 Wochen kann kommen. Bis dahin werden noch einige etliche Kilometer und Höhenmeter geschrubbt.

 

Die HAT-Mädels am Start
Die HAT-Mädels am Start

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