Und es ward ein Triathlet geboren....

"Triathlon? Ich? Ich bin doch schon froh, wenn ich nur beim Laufen ins Ziel komme!" - So meine Gedanken bis Ende letzten Jahres.

Nun ist es geschafft und ich habe meinen ersten Triathlon hinter mich gebracht. Viel gibt's nicht zu erzählen, außer dass ich enorm aufgeregt war. Ich habe in der letzten Woche fast täglich mein Rad überprüft, was letztenendlich nur die Auswirkung hatte, dass mein Sattel nach 2km verrutschte. Welcher Volldepp war ...? Achso, das war ich, als ich die Tage versuchte, die angenehmste Sitzposition zu finden. Ich fand sie auch. Sie hielt wie gesagt satte 2km. Hätte ich mal lieber nochmal alle Schrauben überprüft. 

Aber zum Anfang zurück:

Das Schwimmen

400m - das ist nicht viel - wenn man in Ruhe seine Bahnen ziehen kann. Wenn man allerdings mit ein paar etlichen Leuten mehr zum ersten Mal gleichzeitig in die nicht vorhandenen Wellen eintaucht und jeder schwimmt, als würde es um sein Leben gehen, ist es doch etwas anderes. Die ersten 100m bin ich noch locker gekrault, dann wurde es mir zu viel und ich wollte die anderen Planscher um mich sehen. Also Brustschwimmen. Mit Brustschwimmen bin ich auch noch nicht langsamer als mit Kraulen, daher war es kein zeitlicher Verlust. Es ging mir eh nicht um die Zeit. Ich wollte nur nicht als letzter aus dem Wasser. Stau an der ersten Boje - wie lustig... Nach der Wende gab ich noch mal etwas mehr Gas und überholte auch noch einige. Ich startete gewohnterweise wie immer von hinten und genoss das Überholen.
Die ersten standen nun schon, wir waren wieder in Ufernähe - das ging aber schnell! Ich schwomm allerdings weiter, weil ich wusste, dass das Laufen im Wasser anstrengender ist als das Schwimmen.
Bei 9:57min verließ ich das Wasser - schneller als geplant. Zur Wechselzone waren es nun 130m inkl. eines kleinen Anstieges.

Das Radfahren

Rad gesucht und gefunden. Ich hätte vorher üben sollen! Socken an, Schuhe drüber, Helm auf, Radbrille, Handschuhe... Hab ich alles?! Ich hoffe! Schnell hoch ein Schluck Wasser und auf zur Straße. Für den ersten Wechsel habe ich inkl. der 130m 5:15min gebraucht. Das geht sicher auch besser.
Die Strecke selber sehr eben, mit nur einem kleinen An- und Abstieg. Allerdings regnete es grad bei diesem und ich Schisser musste mich dann wieder von vorher überholten Fahrern überholen lassen. Bei km2 wie schon erwähnt das kleine Sattel-Missgeschick. 5 Minuten überlegte ich, ob ich anhalte und den Sattel wieder zurecht rücke und fest schraube, da er nun auch vorne etwas nach oben stand. Wir Männer wissen, wo der Sattel dann stört... wink Ich beließ es aber dabei, da ich dabei nur Zeit verlieren würde und es eh nicht so die große Entfernung bis zum nächsten Wechsel ist. 
Die erste Hälfte der 14km bestritt ich noch recht vorsichtig mit knapp unter 30kmh. Im weiteren Verlauf wurde ich mutiger und fuhr Geschwindigkeiten, die fernab meiner Vorstellungskraft lagen (haha). Ich erreichte sogar eine Maximalgeschwindigkeit von 38kmh ohne mich dabei zu verausgaben.

Nach 30,3kmh und ziemlich genau 26 Minuten musste ich wieder runter vom Rad - schon vorbei, schade! Auf dem Weg zur Wechselzone ließ ich den Anfänger wieder aus mir raus und machte einen Kapitalfehler. Ich öffnete meinen Helm-Verschluss. Sofort wurde ich angehalten, die Gelbe Karte ausgepackt und aufgefordert, den Helm wieder zu schließen. "Erst wenn das Rad wieder hängt, darfst du den Helm öffnen!" Ja klar, stimmt! Das hatte ich irgendwo gelesen.

Das Laufen

Wechsel 2 - Rad aufgehängt, Helm (endlich) ab, Schuhe gewechselt, Mütze auf und ab geht die Post auf die 4km. Mein Kopf befahl meinen Beinen "Gebt Gas! Es sind nur 4km!" Die Beine antworteten: "Wir sind grad wie der Wind gefahren, wir wollen nicht!" Beine und Kopf fanden einen Kompromiss, mit dem alle leben konnten. Die 4km verliefen ganz gut 5:39; 6:21; 5:49; 5:42 - für meine Verhältnisse sehr flink. Auf der Laufstrecke überholte ich nochmal kräftig. Da waren sogar einige dabei, die sind in der Startgruppe 5 Minuten vor mir ins Wasser gehüpft. Innerlich begann ich schon zu lächeln. Das Ziel kam näher und ich schaffte es, bei meinem ersten Triathlon-Zieleinlauf namentlich genannt zu werden.

Ich hab's geschafft und bin schon ein klein wenig stolz, auch wenn es nur ein Mini-Tria war. Als Fazit muss ich sagen, dass dieses Ereignis Triathlon schon etwas anderes ist als eine reine Laufveranstaltung. Diese Möglichkeit, seine Stärken in einer der Disziplinen auszuspielen und die Schwächen auszubügeln, hat irgendwas.

Es hat Spaß gemacht und es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, denn schon nächsten Sonntag geht es in Hanau an den Start. Dort ist die Strecke sogar ein wenig länger (550m - 20km - 5km).

Ich freu mich drauf!

Kommentare

Wirklich Respekt! So eine Sportart würde ich nicht mehr schaffen. Gratuliere.

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