Rennsteig-Staffellauf – die vierte!

Wieder durfte ich als Staffelläufer für die wta auf dem Rennsteig unterwegs sein. Heute also für mich die Chance, mit Etappe5 wieder eine neue Teilstrecke beim Staffellauf zu meistern.

Diesmal starte ich in Masserberg und laufe nach Allzunah. Die Strecke kenne ich sehr gut, auch wenn meine Rennsteig-Marathon-Teilnahmen schon ein paar Jahre zurückliegen. In meiner Erinnerung sind da der berüchtigte Hohlweg, die elend langen Anstiege nach Kahlert und Neustadt, sowie das Schreckgespenst des Burgbergs.

Mal sehen, was heute daraus wird. Die Etappe ist mit 17,9km überschaubar, da sollte einiges mehr gehen, als zum GMRL. Das Wetter ist mit annehmlichen Temperaturen und nur 40% Regenwahrscheinlichkeit gemeldet.

Die Etappen

1. Blankenstein - Grumbach
2. Grumbach - Wanderhütte an der Schildwiese
3. Wanderhütte an der Schildwiese - Neuhaus/Gewerbegebiet
4. Neuhaus/Gewerbegebiet – Masserberg/Sportplatz
5. Masserberg - Allzunah
6. Allzunah - Grenzadler (Oberhof)
7. Grenzadler (Oberhof) – Neue Ausspanne/Nesselberg
8. Nesselberg - Grenzwiese/Kleiner Inselsberg
9. Grenzwiese/Kleiner Inselsberg - Hohe Sonne/Eisenach
10. Hohe Sonne - Hörschel

Etwas verspätet startet mein Lauf auf dem Sportplatz in Masserberg. Die Vor-Läufer haben doch etwas Federn gelassen gegenüber dem sportiven Plan.

Zu meiner Freude ist auch mein lauffreund Sven mit dem Fahrrad dabei, als Tourist ist er mein inoffizieller Begleiter auf dem Rad. Der offiziellere ist wieder Ronald, unser aller Held. Er wird wieder die gesamte Etappe unter die Räder nehmen. Seit 6.00Uhr sitzt er im Sattel, reicht Getränke, schießt Fotos und feuert an und wird bis zum Schluss nebenher fahren.

Ich versuche, zwei etwas langsamere Läufer noch vor dem Hohlweg zu überholen, damit ich nicht durchwandern muss. Das gelingt mir gut. In der Abwärtspassage zur Triniusbaude höchste Konzentration bei schnellem Schritt, damit die vielen Absätze und Steine nicht zum Sturz führen. Hier sind schon einige verunfallt, also – Augen auf und Füße hoch.

Nach der Schwalbenhauptwiese fängt es an zu regnen. Naja, nassgeschwitzt bin ich eh schon. Zum Rennsteiglauf laufen alle auf der gesperrten Straße, heute doch auf dem parallel verlaufenden Wald- und Wiesenweg.

Der Regen weitet sich zum Platzregen aus und peitscht mir ins Gesicht. Schön ist anders. Auf dem Weg ein Sturzbach, die Wiese daneben klitschnass und glatt. Mann, wird das langsam anstrengend nach Neustadt hoch. Die Schuhe sind wohl doch schon etwas zu sehr abgelaufen für diesen Untergrund. Außerdem füllen sie sich mit Wasser und feinem Schlamm.

Dann, beim Überholen der nächsten Läuferin, passiert es doch. Mir zieht es die Sohle weg und ich fliege der Dame zu Füßen, rutsche durch den Matsch. Zum Glück gibt es nur eine Schotterflechte am Unterarm, nichts ernsthaftes.

Ich habe den dringenden Verdacht, dass ich die gesamten 40% Regenwahrscheinlichkeit jetzt abbekomme.

Den Burgberg hatte ich genau so anstrengend in Erinnerung, wie er sich mir jetzt auch wieder präsentiert. Im Regenguß, über abwechselnde Passagen aus Wasser, Schlamm und frischem Schotter geht es bergan. Dann noch ein paar Baustellen im Wald. Ronald auf dem Fahrrad flucht jetzt auch schon über tiefe Schlammlöcher.

Ein Blick auf die Uhr verheißt ein nahes Ende, ich sehne die Wechselstelle herbei. Jetzt, da der Regen nachlässt, bin ich auf der Zielgeraden. Der letzte Trampelpfad steht auch unter Wasser, egal, gleich geschafft. Unter starkem Applaus reiche ich das Gelenktäschchen mit Chip und Stein an meine Abwechslung weiter. Mit 1:33 bin auch ich etwas über dem gesteckten Ziel geblieben.

Es war anstrengend, unfassbar nass, aber glücklicherweise ohne Verletzung.

Außerdem hat es in unserer Staffel dieses Jahr noch an einigen anderen Stellen zu Schmunzeln und Stress geführt. Es gab vergessene Fahrradhelme und Handschuhe, nicht geladene Batterien, vergessene Laufschuhe wurden durch quasi „Turnschläppchen“ ersetzt, Telefone an Wechselstellen oder Fotoapparat im Wald liegengelassen. Ein Läufer lief im Hagel, kurzzeitig präsentierte sich der Höhenweg in weiß.

Die letzte Etappe wurde für die Begleitfahrzeuge zum Verkehrsabenteuer, rund um Eisenach führte die Umleitung in die Umleitung, sodass es schier unmöglich schien, den Schlussläufer in Hörschel gebührend zu empfangen.

Ende gut – alles gut. Die Fahrer waren mit Schlußsprint vom Parkplatz pünktlich an der Zielgeraden, nach 168,9km und 15:01h überquerten wir gemeinsam mit unserem letzten Mann die Zielmatte.

Der Stein aus der Selbitz landete traditionsgemäß in der Werra, das Telefon und auch der Fotoapparat wieder bei ihren rechtmäßigen Besitzern.

Das nächste Jahr kommt bestimmt und damit auch hoffentlich wieder ein Staffellauf in diesem tollen Team.

Sport frei!

 

 

 

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